Konzept

Orientierungsstufe

Die Klassen 5/6 – Eine Orientierungseinheit

Die Klassenstufen 5 und 6 bilden die Orientierungsstufe. Unsere Schule führt diese Orientierungsstufe schulartübergreifend mit der Realschule plus.
Nach der Grundschule spielt die Frage der Orientierung in der Tat eine besondere Rolle. Zunächst einmal im buchstäblichen Sinne: Ein neues Schulgebäude, für viele gar ein neuer Schulort, neue Mitschülerinnen und Mitschüler, neue Lehrerinnen und Lehrer, neue Fächer und all das andere, was für das Kind zunächst einmal neu sein wird, verlangen in der Tat eine Art der Neuorientierung.
Orientierungsstufe bezeichnet aber in einem anderen Sinne auch jene Zeit, in der das Kind sich in die spezifische Arbeitsweise der weiterführenden Schule einarbeiten wird, in der es sich erproben kann in den Anforderungen der Fächer und in denen Kind und Eltern somit Orientierung hinsichtlich der zukünftigen Schullaufbahn ermöglicht wird.
Da dieser Prozess als pädagogische Einheit verstanden wird, findet zwischen der Klasse 5 und 6 auch keine Versetzung statt. Die Kinder werden „automatisch“ von der 5. in die 6. Klasse übergehen.

Um den Übergang von der vertrauten Grundschule zu der neuen weiterführenden Schule zu erleichtern, beginnen wir in der Klasse 5 mit drei Kennenlern-Tagen. Unter Leitung der Klassenlehrerin bzw. des Klassenlehrers haben die Kinder somit ausreichend Zeit, die neue Schule zu erkunden, sich mit den Klassenkameraden und Klassenkameradinnen vertraut zu machen und bereits einen ersten Einblick in Arbeits- und Organisationsform der neuen Schule zu erhalten.

Unterricht in der Orientierungsstufe

In der Orientierungsstufe werden folgende Fächer unterrichtet:

Hauptfächer

  • Deutsch
  • Mathematik
  • Englisch

Nebenfächer

  • NaWi (Naturwissenschaften)
  • Erdkunde
  • Musik
  • Bildende Kunst
  • Sport
  • Religion / Ethik

Ab der 6. Klasse kommt noch eine zweite Fremdsprache (Französisch oder Latein) oder der Wahlpflichtfachbereich (Technik und Naturwissenschaft / Wirtschaft und Verwaltung / Hauswirtschaft und Sozialwesen) hinzu.

Ein besonderes Angebot unserer Schule stellt die Bläserklasse dar. Kinder, die sich hierfür entscheiden, haben drei statt zwei Stunden Musikunterricht. In zwei dieser drei Stunden werden sie im Klassenverband musizieren und erlernen so das Spielen eines Blasinstrumentes.
Die Sportprofilklasse hat gegenüber der Regelklasse fünf statt drei Stunden Sport pro Woche auf dem Stundenplan stehen.
Hiermit will man jene ansprechen, die besonderes Interesse und Freude an Bewegung und sportlicher Aktivität mitbringen.
Ein weiteres Angebot, das über den üblichen Unterrichtsrahmen hinausgeht, stellt der Bilinguale Vorbereitungsunterricht dar. Hier werden die Kinder in einer zusätzlichen Englischstunde darauf vorbereitet, ab der Klasse 7 ein Sachfach (Erdkunde, Biologie oder Chemie) in englischer Sprache belegen zu können.

Kompetenzentwicklung

Kompetenzentwicklung

Selbstverständlich ist die Entwicklung der fachlichen Fähigkeiten entscheidender Inhalt des Unterrichts. Zugleich wird aber auch Wert auf eine vertiefte Methodenkompetenz und Sozialkompetenz gelegt. Seit Jahren liegt in diesen Bereichen eine pädagogische Schwerpunktpunktsetzung unserer Orientierungsstufe.

In fest etablierten dreitägigen Übungsmodulen in Klasse 5 und zweitägigen in Klasse 6 werden die Kinder in den entsprechenden Bereichen gezielt gefördert, um das Erlernte dann auch im alltäglichen Unterricht umsetzen und trainieren zu können.
Dieses Kompetenztraining wird von der Realschule plus ebenso wie vom Gymnasium auch in der Mittelstufe weitergeführt.

ICH-Stärkung – WIR-Stärkung

Eine fundierte Fach- und Sachkompetenz, die auf einer Schulung der Methodenfähigkeit und des sozial-kommunikativen Miteinanders aufbaut, zielt letztlich auf eine ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung des Kindes.
Auch die wöchentliche Verfügungsstunde, in der die Klassengemeinschaft gemeinsam mit der Klassenleitung Themen, Probleme und Konflikte altersgemäß diskutiert, steht unter der Zielsetzung, die Kinder an mehr Selbstständigkeit und Mitverantwortung heranzuführen. Die dreitägige Klassenfahrt, die in Klasse 5 oder 6 stattfinden kann, dient vor allem der Stärkung des sozialen Miteinanders.

Wichtig für die schulische Entwicklung eines Kindes ist auch der realistische Umgang mit Stärken und Schwächen. In den Hauptfächern bieten wir spezielle Förderkurse an, ab der Klasse 6 dann in Form des Lernbüros. Hier können die Kinder individuelle Schwächen in einem bestimmten Themengebiet aufarbeiten.
Ebenso sorgen Wettbewerbe in den Fächern Deutsch und Mathematik dafür, dass die Kinder über die unterrichtliche Wertschätzung hinaus in ihren Stärken gesehen und gefordert werden.

Orientierung geben

Während der Zeit in der Orientierungsstufe werden die Kinder kontinuierlich pädagogisch begleitet. Regelmäßige pädagogische Konferenzen ermöglichen einen intensiven Austausch über die Entwicklung des jeweiligen Kindes. Auf dieser Grundlage wird dann auch hinsichtlich der anstehenden weiteren Schullaufbahnentscheidungen beraten. Fruchtbar sein kann das pädagogische Bemühen der Schule nur in enger Zusammenarbeit mit den Eltern. Daher ist es uns ein wichtiges Anliegen, mit den Eltern über die schulische Entwicklung des Kindes im Gespräch zu bleiben. Neben den Elternsprechtagen können daher jederzeit persönliche Beratungsgespräche vereinbart werden.
Am Ende der Klassenstufe 6 gibt die Klassenkonferenz jedem Kind eine Empfehlung für dessen weitere Schullaufbahn. Die Lehrkräfte einer Klasse kommen zu dieser Empfehlung, weil sie das Kind zwei Jahre lang intensiv begleitet haben, seine Stärken und Schwächen kennen, seine Fähigkeit zu selbstständigem und eigenverantwortlichem Lernen realistisch einschätzen und somit eine fundierte Prognose über die weitere Entwicklung abgeben können.
Einziges Ziel einer solchen Empfehlung und der sich daran anschließenden Entscheidung der Eltern kann es nur sein, den richtigen Weg für das Kind zu finden, der es ihm ermöglicht, sich gemäß seiner Fähigkeiten, Talente und Neigungen zu entwickeln.

Dass wir als Schule – nicht nur auf dem Papier – die notwendigen Rahmenbedingungen für diese pädagogische Zielsetzung bieten, bestätigt uns die AQS (Agentur für Qualitätssicherung an Schulen) in ihrem aktuellen Bericht, wenn sie einen „wertschätzenden Umgang in den Klassen und eine lernförderliche Unterrichtsatmosphäre“ an unserer Schule feststellt.

Pia Franzen