Rechtsprechung unter der Lupe – Besuch des Amtsgerichts Cochem

Im Rahmen des Deutschunterrichts hatten sich die Schülerinnen und Schüler des Deutsch-Grundkurses der MSS 12 des Martin-von-Cochem-Gymnasiums unter der Leitung von Herrn Krautkrämer in den vergangenen Wochen in einer Unterrichtsreihe zur Rhetorik mit Reden und Diskussionsformen – formeller und politischer Natur – auseinandergesetzt. Nachdem man einige historische und aktuelle Beispiele intensiv begutachtet hat, sollte nun in natura beobachtet werden, wie man gelungen argumentiert, sich gewählt ausdrückt und zielgerichtet diskutiert.

Der Deutsch-Grundkurs MSS 12 von Herrn Krautkrämer vor dem Amtsgericht in Cochem.

Am 28.06.2022 besuchte der Grundkurs daher das ortsansässigen Amtsgericht Cochem, um Einblicke in die Arbeit in der Rechtsprechung an einem außerschulischen Lernort zu gewinnen. Amtsrichter Sven Kaboth nahm sich dabei vor und nach der Gerichtsverhandlung Zeit, um den Schülerinnen und Schülern in ausführlicher und klarer Weise juristische Sachverhalte und Fragen zu verdeutlichen. Auch der Ablauf von Straf- und Zivilprozessen sowie die Grundsätze der Rechtsprechung, insbesondere in Bezug auf das Jugendstrafrecht, konnten hier nochmal aufgefrischt werden.

In der Verhandlung ging es sodann um einen Fahrraddiebstahl, welcher vor dem Hintergrund besonders vieler Vorstrafen eine Freiheitsstrafe für den Angeklagten zur Folge hatte. Die dezidierte Auseinandersetzung des Richters mit den Angaben des Angeklagten, das Diskutieren zwischen Verteidiger und Staatsanwaltschaft und die gelungenen Abschlussplädoyers führten den Schülerinnen und Schülern praxisnah vor Augen, dass Rhetorik auch im Gerichtssaal eine apodiktische Grundlage ist, um sich Geltung verschaffen zu können.

Mit neuen Eindrücken verließen die Schülerinnen und Schüler den Gerichtssaal, sodass es sich um eine lohnenswerte Erfahrung handelt, die besondere Einblicke ermöglicht hat.

Artikel und Foto: André Krautkrämer

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